Historie

 

Das Jahr 1933 gehört zum düstersten Kapitel der deutschen Geschichte. Am Beispiel der Stadt Ulm zeigt die Serie, die im vergangenen Jahr im Ulmer Lokalteil der SÜDWEST PRESSE erschienen ist, wie die Nationalsozialisten nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler (Ende Januar 1933) innerhalb weniger Wochen und Monate die Verwaltung aus- und gleichschalten. Wie sie in menschenverachtenderweise ihre politischen Gegner aus dem linken Spektrum verfolgen, terrorisieren und in Konzentrationslager stecken sowie Parteien und Gewerkschaften zerschlagen. Wie sie die jüdischen Mitbürger öffentlich an den Pranger stellen und zum Boykott ihrer Geschäfte, Praxen und Kanzleien aufrufen. Wie die Nazi-Propaganda alles und jeden überzieht, wie der Nationalsozialismus in den Alltag eindringt und wie er die Gesellschaft in kurzer Zeit durchdringt.
Das Jahr 1933 zeigt eindrücklich, wie schnell verfassungsmäßig garantierte Grundrechte außer Kraft gesetzt werden können und aus der Weimarer Republik ein totalitärer NS-Staat wird. Das Jahr 1933 sollte jedem Demokraten eine Warnung sein. 

 

von Rudi Kübler

 

Ulm vor 75 Jahren

 

Aufbruch in den Untergang

Aufmärsche, Kundgebungen, Demonstrationen. Die Wochen vor der Reichstagswahl am 5. März 1933 sind geprägt durch den Wahlkampf der Nationalsozialisten, die unablässig auf die Straße gehen. ... mehr

 

So muss Dein Stimmzettel aussehen – Kreuz bei Liste 1

Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren – alle Parteien versuchen noch am Vorabend des 5. März 1933 Wähler zu mobilisieren. Der „Ulmer Sturm” wirbt für den „Stärksten der Nation”: Adolf Hitler. ... mehr

 

Hakenkreuzfahnen am Rathaus

Ulm ist eine Nazi-Hochburg: Die NSDAP holt bei der Wahl zum Reichstag am 5. März 1933 45 Prozent der Stimmen. Keine zwei Tage später wehen Hakenkreuzfahnen am Ulmer Rathaus. Die Nazis feiern den Sieg. ... mehr

 

Politische Gegner werden verfolgt

Verfolgung, Schutzhaft, Terror. Unmittelbar nach der Wahl zum Reichstag beginnen die Ulmer Nazis, den politischen Gegner zu bekämpfen. Die Donauwacht wird verboten, Kommunisten werden verhaftet. ... mehr

 

Die Mär vom spontanen Volkszorn

Die Ulmer Nazis tun sich besonders hervor: Sie sind eine der ersten, die die „Volksgenossen” aufrufen, jüdische Geschäfte zu boykottieren – am 11. März 1933 und damit drei Wochen vor der Aktion im Reich. ... mehr

 

Gemeinderat den Garaus gemacht

Der Ulmer Gemeinderat stimmt für die Selbstauflösung, OB Dr. Emil Schwammberger wird von den Nazis aus dem Amt gejagt. Großreinemachen auf dem Rathaus” – so nennt dies das braune Parteiblatt. ... mehr

 

„Mauschelgeschäfte mit Rassengenossen” 

„Es wird ausgemistet” – so jubelt der Ulmer Sturm über die Beurlaubung von Museumsdirektor Prof. Julius Baum. Ihm wird die „typisch jüdische Art der Ausübung seiner Tätigkeit” vorgeworfen. ... mehr

 

Der Führer drängt ins Stadtbild

Die Ulmer Nazis sind schnell, verdammt schnell, wenn es darum geht, Straßen umzubenennen und damit den Führer der Bewegung zu ehren und dadurch die „nationale Wiedergeburt” zu feiern. ... mehr

 

Juden am Pranger: Das sind sie! 

Schwarze Plakate mit gelbem Punkt – so werden am 1. April 1933 alle jüdischen Geschäfte, Praxen und Kanzleien in Ulm gekennzeichnet. „Kampf dem Judentum!” fordert das Hetzblatt Ulmer Sturm. ...mehr

 

Foerster folgt pflichtbewusst dem Ruf 

Dr. Hermann Schmid kann sich als Nachfolger von OB Schwamberger nur kurze Zeit als Staatskommissar für Ulm halten – bereits am 4. April wird er abgelöst: von SA-Sturmbannführer Friedrich Foerster. ...mehr

 

Infame Hetze gegen polnische Juden 

Zuerst wurden die jüdischen Geschäftsinhaber terrorisiert, jetzt hetzt Dreher gegen die polnischen Juden: Wegen Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit werden ihre Geschäfte geschlossen. ...mehr

 

... und die Tram entgleist

Heil unserem Führer! Die Presse überschlägt sich: Adolf Hitler feiert seinen 44. Geburtstag – und alle werden zum Jubeln vergattert. Auf dem Münsterplatz findet eine „gewaltige Treuekundgebung” statt. ...mehr

 

„Wir wünschen recht viel Vergnügen”

Zwei einstige Systemgrößen wandern auf den Heuberg – so kommentiert der Ulmer Sturm den „Erholungsurlaub” zweier Ulmer im Konzentrationslager. ...mehr

 

Schluss mit Gedudel 

Ende April 1933: „Niggermusik” ist ein öffentliches Ärgernis und kann deshalb nicht geduldet werden. ...mehr

 

Das Volk – die Gemeinschaft 

1. Mai 1933: Der Tag der nationalen Arbeit wird mit dem üblichen NS-Brimborium gefeiert. Ein „ungeheurer Festzug“ schiebt sich durch die Stadt. Tags darauf besetzen SA-Männer das Gewerkschaftshaus. ...mehr

 

Von Gut Heil zu Heil Hitler ist es nicht weit

Juden raus aus den Turn- und Sportvereinen! Dieser Aufforderung bedurfte es nicht, die Funktionäre säuberten ihre Reihen im vorauseilenden Gehorsam. Das Deutsche Turnfest Ende Juli 1933 war „judenfrei”. ...mehr

 

Gleichgeschaltet – ausgeschaltet

Der 15. Mai 1933: ein Festtag für die nationale Bewegung. Nicht nur, dass die Stadt ihre neuen Ehrenbürger Hitler, Murr und Dreher feiert; auch der Gemeinderat, dem jetzt 15 Nazis angehören, wird eingesetzt. ...mehr

 

"Betr. Schmutz und Schund"

Der 10. Mai 1933 gilt als der Tag der rituellen Bücherverbrennung durch die Nazis - dieses Datum hat sich im Gedächtnis verankert. In Ulm wurden auch Bücher verbrannt, aber erst am 15. Juli 1933. ...mehr


„Williges Werkzeug der Nazis” 

14. August 1933, Schwörmontag, der erste unter den Nazis. Sie greifen auf die Tradition des Ulmer Feiertags zurück und setzen Friedrich Foerster in das Amt als OB ein. Mit viel Tamtam und einem Treuegelöbnis. ...mehr

 

Die Arme nach oben gereckt

Gerade war er noch beim Reichsparteitag in Nürnberg – jetzt ist er in Ulm. Hitler. Unscheinbar grau gekleidet steigt er für zwei Nächte im Russischen Hof ab. Die Zeitungen vollführen verbale Bücklinge. ...mehr


„Verbrecherischem Regime gedient”

Wenn sie die Eltern nicht bekamen, so bekamen sie doch deren Kinder: Die Jungen und Mädchen im Geiste des Nationalsozialismus zu erziehen, lautete das oberste Ziel. Und die Jugend marschierte mit. ...mehr

 

Frei und geheim? Von wegen!

Manipulation und Kontrolle statt freier und geheimer Wahl. Die Reichstagswahl und die Volksabstimmung am 12. November 1933 waren ein Hohn. Die NS-Propaganda-Maschine lief im Vorfeld auf Hochtouren. ...mehr


Eintopfgericht und Kampf im Bett

Die deutsche Frau hat nur eine Pflicht: das Blut rein zu halten. Marga Baumgarten, Führerin der NS-Kreisfrauenschaft, wacht nicht nur über Eintopfgerichte, sie will die deutsche Frau zur Mutter machen. ...mehr


Die erste Station der Hölle

Draußen liegt Schnee. Drinnen in den Kasematten ist es kalt. Saukalt. Dazu muffig und modrig. Eiszapfen hängen von den Decken, als am 15. November 1933 die ersten Häftlinge das KZ Oberer Kuhberg beziehen. ...mehr

Aktuelles:

Reaktionen nach dem 1. Mai

Das Bündnis ULM GEGEN RECHTS ist bemüht seinen Beitrag zu einer offenen und ehrlichen Aufbereitung...

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SPD Demonstrationszug in Neu-Ulm

"Demokraten gegen Rechts" am 1.5.2009 von 16 – 19 Uhr

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